Manche Geschichten sind einfach zu gut, um zu enden – oder zu lukrativ, um sie ruhen zu lassen. Hollywood hat das Prinzip der „zweiten, dritten und vierten Runde“ zum Modus Operandi erhoben: Kaum ein Erfolg, der nicht mit einem Prequel, Sequel oder Spin-off weiterverwertet wird. Zu oft entstehen dabei bloß Recyclingprodukte im Glanz bekannter Marken.
Doch es gibt Ausnahmen – Projekte, die tatsächlich darauf hoffen lassen, dass neue Facetten eröffnet, Geschichten sinnvoll fortgesetzt, Figuren vertieft oder ganze Welten erweitert werden. Von Westeros bis Springfield, von Nonnenchören bis Modeimperien: Ein Blick auf bestätigte Prequels und Sequels, die tatsächlich spannend werden könnten.
7. Honey (2026)
Die MI6-Agentin Marta führt im Ost-Berlin des Jahres 1982 einen geheimen Auftrag aus, doch die Stasi ist ihr bereits auf den Fersen: Honey führt zurück in den Kalten Krieg, die Hochzeit des Spionagegeschäfts – und soll die Vorgeschichte von Carolyn Martens aus Killing Eve erzählen, die in der Originalsserie von Fiona Shaw gespielt wurde.
Killing Eve (2018–2022) war ein Meilenstein: Clever, doppelbödig, voll femininer Spannung zwischen Jägerin und Gejagter. Wenn Honey erneut diesen bittersüß-ironischen Ton trifft – aber in retro-ästhetischem Spionage-Setting – könnte daraus eine elegante Mischung aus Cold-War-Romantik und tödlicher Verführung werden.
6. The Hunger Games: Sunrise on the Reaping (2026)
Nach The Ballad of Songbirds and Snakes (2023) geht die „Hunger-Games“-Saga weiter – und setzt diesmal 24 Jahre vor Katniss Everdeens Geschichte an: Der Film folgt dem jungen Haymitch Abernathy während der 50. Hungerspiele. Die Originalreihe war in ihren besten Momenten nicht allein Young-Adult-Dystopie, sondern auch politische Allegorie – über Macht, Spektakel und Widerstand.
Sunrise on the Reaping hat die Chance, diese Themen wiederzubeleben, ohne sich in Pathos zu verlieren. Wenn der Film Haymitch’ Zynismus und Trauma ernst nimmt, könnte er die Erzählung um eine interessante Perspektive auf die Figur erweitern – nicht als Mentor, sondern als Opfer eines Systems, das Helden frisst, bevor es sie ehrt.
5. Elle (2026)
Natürlich blond war 2001 eine charmante, feministische Komödie im rosa Gewand – witzig, klug, charmant. Jetzt bekommt Protagonistin Elle Woods eine Vorgeschichte: Das Prequel soll von ihren Highschool-Jahren in den 1990er Jahren erzählen. Elle, so heißt es von Produktionsseite, will zeigen, wie aus der selbstbewussten Mode-Queen eine angehende Juristin wurde – samt Glitzer, Witz und Widerspruchsgeist.
Wenn Elle den Spagat zwischen Teen-Comedy und glaubwürdiger Charakterentwicklung schafft, könnte daraus ein moderner Nostalgie-Trip entstehen: weniger Parodie, mehr Ursprungsgeschichte einer Pop-Ikone. Reese Witherspoon produziert mit, was hoffen lässt, dass die Serie den Ton des Originals trifft – verspielt, aber nicht dumm.
4. Die Simpsons 2 (2027)
Zwanzig Jahre nach Die Simpsons - Der Film (2007) kehrt Amerikas vielleicht beliebteste Chaos-Familie auf die Kinoleinwand zurück. Der erste Film war eine anarchische Umweltkomödie über Homers fatale Dummheit und Springfields Einschluss unter einer riesigen Glaskuppel – grell, überdreht, aber voller klugem Witz und Charme.
Was von Die Simpsons 2 zu erwarten ist, bleibt aktuell noch ein Rätsel: Disney hält die Handlung noch unter Verschluss. Doch wenn das Sequel seine satirische Schärfe wiederfindet und gleichzeitig das emotionale Familienzentrum wahrt, könnte es ein seltenes Revival gelingen: ein Film, der Nostalgie und Gegenwartsbeobachtung vereint.
3. Der Teufel trägt Prada 2 (2026)
Fast 20 Jahre nach dem modischen Kultfilm kehrt Meryl Streep als Miranda Priestly zurück. Der Teufel trägt Prada (2006) war eine beißende Satire über Macht, Glamour und Selbstaufgabe in ihrem Dienste – getragen von Anne Hathaways einnehmender Naivität, die sie bald hinter sich lassen muss, und Streeps kühler Perfektion, die ihr eine Oscarnominierung einbrachte.
In der Fortsetzung steht Miranda vor einer neuen Krise: der sterbenden Printbranche. Emily Blunt spielt nun eine skrupellose Konzernstrategin, Stanley Tucci den loyalen Designer Nigel. Kenneth Branagh soll Priestlys Ehemann verkörpern. Auch Anne Hathaway wird wieder dabei sein – in welcher Rolle aber ist unklar.
2. Sister Act 3 (TBA)
Whoopi Goldberg hat es bestätigt: Sister Act bekommt eine dritte Fortsetzung. Das Original von 1992 war ein komödiantisches Kleinod – eine singende Ganoven- und Nonnenkomödie mit Herz, getragen von Goldbergs Wärme und Witz. Der neue Film steht unter keinem allzu leichten Stern: Disney hat das Projekt 2020 angekündigt, Whoopi Goldberg sprach zwischenzeitlich bereits von einem fertigen Drehbuch, doch nach dem Tod von Maggie Smith, die die strenge Mutter Oberin spielte, musste es erneut überarbeitet werden. Wenn Sister Act 3 den Spagat zwischen Nostalgie und Lebensfreude meistert, könnte daraus eine Rückkehr zu jener Art von Komödie werden, die wir nur allzu gut gebrauchen können: Ein Humor, der in aller Leichtigkeit etwas zutiefst Menschliches erkennen lässt.
1. A Knight of the Seven Kingdoms (2026)
Nach dem Welterfolg von Game of Thrones und dem ambitionierten PrequelHouse of the Dragon wendet sich HBO nun einer stilleren, menschlicheren Geschichte zu. A Knight of the Seven Kingdoms spielt rund ein Jahrhundert vor den Ereignissen der Hauptserie und folgt dem jungen Ritter Ser Duncan dem Großen und seinem Knappen Egg – dem späteren König Aegon V.
Das Projekt verspricht eine Rückkehr zu den Anfängen von Westeros: weniger Intrigen, mehr Abenteuer, weniger Blutrausch, mehr Freundschaftsbande. Wenn es der Serie gelingt, den Ton der Novellen von George R. R. Martin einzufangen, könnte A Knight of the Seven Kingdoms ein emotionales Herzstück des Thrones-Universums werden – erdverbunden, melancholisch, warm.


























































































































































































































