
Jede neue Szene in „Avengers: Endgame Extended“ erklärt
Eigentlich hatte Steve Rogers (Chris Evans) seinen Frieden gefunden. Sieben Jahre nach dem Ende von Avengers: Endgame (2019) lässt Marvel ihn nun jedoch nicht einmal mehr in Ruhe mit Peggy Carter (Hayley Atwell) tanzen. Avengers: Endgame Extended (2026), international unter dem Titel Avengers: Endgame Encore vermarktet, bringt den MCU-Höhepunkt zurück ins Kino und verbindet ihn mit Avengers: Doomsday (2026). Loki (Tom Hiddleston) taucht bei Steve auf, Doctor Doom (Robert Downey Jr.) holt Bruce Banner (Mark Ruffalo) persönlich ab und die Zeitüberwachungsbehörde Time Variance Authority (TVA) entdeckt, dass das Multiversum auseinanderzubrechen beginnt. In Deutschland startete die erweiterte Fassung am 24. September.
Zum Paket gehört auch eine neu produzierte Einführung mit Chris Evans und Robert Downey Jr., doch nicht jede Vorführung enthält alle vier neuen Story-Szenen. In regulären Fassungen taucht Loki bei Steve und Peggy auf, außerdem schmiedet Doom seine Maske. Die längere Infinity-Vision-Fassung zeigt zusätzlich die Szenen mit Banner und der TVA. Marvel bewirbt erweitertes Doomsday-Material auch für IMAX-Vorführungen, wobei die konkrete Zusammenstellung je nach Premium-Fassung abweichen kann.
Loki beendet Steve Rogers’ wohlverdienten Ruhestand
Das ursprüngliche Ende gehört zu den stillsten Momenten des gesamten MCU: Steve reist nach seiner Mission nicht zurück zu seinen Freunden, sondern bleibt in der Vergangenheit und führt mit Peggy das Leben, das ihm der Krieg genommen hatte. Ihre gemeinsame Tanzszene schließt den Film ab. In Endgame Extended klopft es stattdessen plötzlich an der Tür. Peggy öffnet, Steve hält sich zunächst verborgen – und draußen steht Loki.

Er trägt die Kleidung der Time Variance Authority, jener Organisation aus Loki (2021), die sich mit Zeitlinien und Parallelwelten beschäftigt. Auf Peggys Frage, ob sie ihm helfen könne, macht Loki klar, dass es eher umgekehrt ist: Er sei gekommen, um beiden zu helfen. Steve tritt hervor und erkennt den Mann, den er für tot halten müsste. Mehr verrät die Szene nicht. Sie reicht aber aus, um Steves vermeintlich abgeschlossenes Happy End wieder mitten in die Multiversum-Krise zu ziehen.
Doctor Doom findet Bruce Banner selbst unter der Erde
Für Banner sieht die Lage noch unangenehmer aus. Nach den Ereignissen von Spider-Man: Brand New Day (2026), bei denen er erneut die Kontrolle über Hulk verloren hat, zieht er sich in einen militärischen Komplex rund zwei Meilen unter der Erde zurück. Dort arbeitet er an einer Möglichkeit, seine Gamma-Kräfte zu unterdrücken und Hulk unter Kontrolle zu halten.

Während Banner seine Arbeit per Video dokumentiert, spielen plötzlich die elektronischen Geräte verrückt. Dann meldet sich ein Eindringling: Doctor Doom. Er erklärt lediglich, dass er gekommen sei, Banner „abzuholen“. Hulk ist noch zu hören, doch kurz darauf sind beide verschwunden. Zurück bleibt ein leuchtendes Zeichen auf dem Boden. Warum Doom ausgerechnet Banner braucht, verrät Marvel noch nicht. Klar ist nur, dass selbst ein Versteck tief unter der Erde Doom nicht davon abhält, ihn zu finden.
Bei der TVA wird aus einer Incursion plötzlich ein Massenproblem
Währenddessen bekommt Mobius (Owen Wilson) bei der TVA einen ziemlich schlechten Arbeitstag. Miss Minutes erinnert die Mitarbeiter zunächst an die Aufgabe der Behörde, bevor Mobius, Ouroboros alias O.B. (Ke Huy Quan) und Casey (Eugene Cordero) auf eine Inkursion aufmerksam werden – im MCU bezeichnet dieser Begriff die gefährliche Kollision zweier Universen.
Betroffen sind Erde-10005, die Welt der früheren X-Men-Filme, und Erde-1127, eine Realität, die bislang nicht im MCU zu sehen war. Beide Seiten feuern sogar Raketen aufeinander und versuchen offenbar, die jeweils andere Erde zu zerstören, bevor die Kollision beide Welten vernichtet. Dann kippt die Situation vollständig: Die Anzeigen melden nicht mehr nur diesen einen Zusammenstoß, sondern schließlich 3.000 Inkursionen im gesamten Multiversum. Die TVA kann vorerst nur zusehen. Damit bekommt Doomsday eine Krise, die weit größer ist als der Angriff eines einzelnen Gegners.
Doctor Doom übernimmt Tony Starks berühmtesten Sound
Die kürzeste Ergänzung besitzt den auffälligsten Rückgriff auf die MCU‑Geschichte. Im Abspann von Avengers: Endgame war 2019 noch einmal das Hämmern zu hören, mit dem Tony Stark (Robert Downey Jr.) in Iron Man (2008) seine erste Rüstung gebaut hatte. Damals war das eine akustische Verbeugung vor dem Film, mit dem das MCU begonnen hatte.

Endgame Extended greift dieses Motiv wieder auf und zeigt nun Doctor Doom beim Schmieden seiner Maske. Dass Robert Downey Jr. nach Tony Stark jetzt auch Victor von Doom spielt, macht die Parallele kaum übersehbar. Trotzdem bestätigt die Szene nicht, dass Doom eine Variante von Tony ist. Marvel stellt beide Männer vielmehr bewusst nebeneinander: derselbe Schauspieler, dasselbe Hämmern, zwei unterschiedliche Identitäten hinter Metallmasken. Nach Loki, Banner und den 3.000 Inkursionen fühlt sich dieses Geräusch jedenfalls deutlich weniger nostalgisch an als noch 2019.







































