
Wie mächtig ist Mystique in „Avengers: Doomsday”? Ihre Kräfte und Fähigkeiten erklärt
Im neuen Trailer zu Avengers: Doomsday (2026) kämpft Mystique (Rebecca Romijn) gegen Yelena Belova (Florence Pugh), eine ehemalige Geheimagentin und hervorragend ausgebildete Nahkämpferin. Warum die beiden aufeinander losgehen, bleibt noch offen. Die Begegnung passt trotzdem erstaunlich gut: Yelena hat gelernt, sich unbemerkt an Menschen heranzuschleichen.
Mystique kann noch weiter gehen, denn sie nimmt einfach deren Aussehen an. Neben Blitzen, Gedankenkräften und kosmischer Zerstörung wirkt diese Fähigkeit zunächst fast unscheinbar. In einer Geschichte, in der Menschen aus verschiedenen Universen erstmals zusammentreffen und niemand sicher weiß, wem er trauen kann, kann ein fremdes Gesicht jedoch gefährlicher sein als jede Explosion.
Mystiques Körper wird tatsächlich zu einem anderen
Raven Darkhölme, wie Mystique eigentlich heißt, erzeugt keine Illusion, die bei einer Berührung oder durch eine spezielle Brille plötzlich zusammenbrechen würde. Wenn sie sich verwandelt, verändert sie ihren echten Körper, wobei nicht nur das Gesicht, sondern auch Stimme, Größe, Statur, Haare und Haut neu geformt werden. Ihre blaue Haut, die gelben Augen und die roten Haare sind also keine Verkleidung, sondern ihr natürliches Aussehen. Auch die Kleidung, die während einer Verwandlung scheinbar aus dem Nichts entsteht, ist Teil dieser körperlichen Veränderung. Raven kann Farbe, Schnitt und Oberfläche eines Stoffes so überzeugend nachbilden, dass sie innerhalb weniger Sekunden eine Uniform, ein Abendkleid oder einen Kampfanzug trägt. Funktionierende Technik entsteht dadurch allerdings nicht. Ein kopierter Ausweis mag echt aussehen, besitzt aber keinen programmierten Chip, und eine nachgeahmte Waffe verfügt nicht automatisch über dieselbe Mechanik wie ihr Vorbild.

Wie weit diese Kontrolle reicht, unterscheidet sich je nach Comic und Film. Die von Rebecca Romijn gespielte Mystique nutzt ihre Mutation vor allem dazu, andere Menschen perfekt nachzuahmen, sich Zugang zu geschützten Orten zu verschaffen und ihre Gegner im falschen Moment mit einem vertrauten Gesicht zu überraschen. Mehr braucht sie häufig gar nicht.
Hinter Wolverines Gesicht steckt noch lange kein Wolverine
Besonders anschaulich zeigen die Grenzen ihrer Fähigkeit bereits die frühen X-Men-Filme. Besonders anschaulich zeigen die Grenzen ihrer Fähigkeit bereits die frühen X-Men-Filme, in denen Mystique zunächst von Rebecca Romijn verkörpert wurde, bevor Jennifer Lawrence die jüngere Version der Figur in X-Men: Erste Entscheidung (2011) übernahm.

In X-Men (2000) verwandelt sich Mystique während eines Kampfes in Wolverine (Hugh Jackman), wobei sie sogar dessen Krallen nachbildet. Optisch stimmt die Kopie, körperlich jedoch nicht: Ihre Krallen bestehen nicht aus Adamantium, und Ravens Verletzungen heilen auch nicht innerhalb weniger Sekunden. Das gilt ebenso für alle anderen Mutanten und Helden. Würde sie wie Professor X (Patrick Stewart) aussehen, könnte sie trotzdem keine Gedanken lesen. Als Cyclops kämen keine Energiestrahlen aus ihren Augen, während ihr Thors Gesicht weder dessen Kraft noch die Fähigkeit verleihen würde, Mjölnir zu rufen. Mystique übernimmt ausschließlich das äußere Erscheinungsbild, nicht aber Erinnerungen, Wissen oder besondere Fähigkeiten.
Damit ihre Täuschung länger funktioniert, muss Raven ihr Vorbild deshalb genau kennen. Sie muss wissen, wie jemand spricht, wie er sich bewegt, welche Beziehungen er zu anderen Menschen hat und welche gemeinsamen Erlebnisse bei einem Gespräch zur Sprache kommen könnten. Je länger die Begegnung dauert, desto größer wird die Gefahr, dass ein falscher Blick oder eine unpassende Antwort sie verrät. Ihre Mutation öffnet ihr die Tür, doch was danach geschieht, hängt von ihrer Erfahrung als Spionin und Manipulatorin ab.
Yelena begegnet einer Gegnerin mit denselben Waffen
Yelena wurde im Red Room ausgebildet, einem geheimen Programm, das junge Frauen zu Black-Widow-Agentinnen formte. Sie besitzt keine übermenschlichen Kräfte, kann sich im Nahkampf aber mit weitaus stärkeren Gegnern messen, weil sie deren Bewegungen liest, Schwächen ausnutzt und selten so angreift, wie ihr Gegenüber es erwartet. Seit Thunderbolts (2025) gehört sie außerdem zu den New Avengers, die im Trailer offenbar erstmals mit den X-Men und anderen Teams zusammentreffen. Der Kampf gegen Mystique führt Yelena damit auf vertrautes Terrain, nur dass Raven dort einen Vorteil besitzt, den keine Black Widow nachahmen kann. Selbst wenn Yelena das direkte Duell gewinnt, könnte Mystique später als jemand aus ihrem Team auftauchen, eine falsche Nachricht überbringen oder mit einem einzigen Satz Misstrauen säen. Der Trailer verrät nicht, ob der Film diese Möglichkeit tatsächlich ausspielt. Er erinnert aber daran, dass ein Kampf gegen Mystique nicht automatisch endet, sobald sie verschwunden ist.

Warum es an Xaviers Schule überhaupt zu dieser Auseinandersetzung kommt, lässt sich bisher nur vermuten. Vielleicht halten die Menschen aus den verschiedenen Universen einander zunächst für Feinde, während die drohende Inkursion längst beide Welten gefährdet. Ebenso denkbar ist, dass Raven wie schon früher ihre eigenen Ziele verfolgt und weder den Avengers noch den X-Men vollständig vertraut.
Für die alten X-Men könnte es der letzte Einsatz werden
Rebecca Romijn war zuletzt in einem kurzen Cameo am Ende von X-Men: Erste Entscheidung (2011) als die erwachsene Mystique zu sehen, obwohl Raven in X-Men: Der letzte Widerstand (2006) ihre Mutation durch das sogenannte Heilmittel verloren hatte. Dessen Wirkung könnte nachgelassen haben.
Da Avengers: Doomsday jedoch mehrere Realitäten zusammenführt, könnte diese Mystique ebenso gut aus einer anderen Version der bisherigen X-Men-Welt stammen. Mit ihr kehren auch Magneto (Ian McKellen), Professor X und Cyclops zurück. Der Trailer zeigt mehrere bedrückte Abschiede, während über Xaviers Schule offenbar eine Inkursion hereinbricht, also die zerstörerische Kollision zweier Universen. Damit wächst der Verdacht, dass Marvel die aus den früheren Fox-Filmen bekannte X-Men-Welt ein letztes Mal zusammenbringt, bevor später eine neue Besetzung übernimmt.
Mystique dürfte in dieser Schlacht kaum die größten Explosionen auslösen. Während Thor mit Doctor Doom ringt und ganze Universen auseinanderbrechen, reicht ihr womöglich schon ein stiller Moment, in dem sie als die falsche Person den richtigen Raum betritt.
































