
Endlich Toph: Was Staffel 2 von „Avatar: Der Herr der Elemente“ bereithält
Zwei Jahre ist es her, dass Avatar: Der Herr der Elemente (2024) auf Netflix gestartet ist und dort ein großer Streaming-Erfolg wurde. Seitdem wartet das Publikum auf die Fortsetzung, und seit dem Casting von Toph Beifong, für viele der heimliche Star der Originalreihe, ist die Vorfreude noch einmal spürbar gewachsen. Am 25. Juni 2026 ist es so weit, die zweite Staffel kommt zu Netflix, und mit ihr eine ehrgeizigere Version der Welt, in der Aang seine Reise begonnen hat.
Miyako, Toph und ein öffentlicher Casting-Aufruf
Toph ist eine Bewährungsprobe für die gesamte Adaption. In der Animationsserie ist sie eine blinde Erdbändigerin, gerade einmal zwölf Jahre alt, mit dem Witz einer Veteranin und einer Erdbänder-Wucht, die selbst erwachsene Meister in Schwierigkeiten bringt. Diese Mischung kann man bei einem Casting leicht verfehlen, und Netflix hat das offenbar verstanden.

Statt einer klassischen Besetzungssuche startete die Produktion einen öffentlichen Casting-Aufruf, an dem sich Tausende junge Schauspielerinnen beteiligten. Den Zuschlag bekam Miyako, früher unter dem Namen Miya Cech bekannt, eine US-amerikanische Schauspielerin mit chinesischen und japanischen Wurzeln, die unter anderem in Beef (2023) und Du bist sowas von nicht zu meiner Bat Mitzvah eingeladen (2023) zu sehen war. Für die Rolle hat sie intensiv mit Joe Strechay zusammengearbeitet, der Produktionen bei der Darstellung blinder Charaktere berät und unter anderem an der Apple-TV+-Serie See - Reich der Blinden (2019) mitgewirkt hat. Er half ihr dabei, Tophs Bewegungen, ihre Art zu greifen und ihre Wahrnehmung der Welt glaubwürdig anzulegen.
Showrunner Christine Boylan und Jabbar Raisani sprachen von einer einhelligen Reaktion auf ihr Casting-Tape, ohne dass die beiden sich vorher abgestimmt hätten. Wie das Ergebnis wirkt, zeigt sich erst auf dem Bildschirm, die Vorbereitung klingt jedenfalls gründlicher als bei vielen vergleichbaren Live-Action-Projekten.
Vom Wasserstamm ins Erdkönigreich
Aang, Katara und Sokka verlassen die kalte Welt der Wasserstämme, in der Staffel 1 endete, und reisen ins Erdkönigreich, das gigantische Reich, das Toph ihre Heimat nennt. Im Zentrum steht Ba Sing Se, die ummauerte Hauptstadt, in der Politik, Verschwörung und gesellschaftlicher Klassendruck eine größere Rolle spielen als alles, was die Reisegruppe bisher kennengelernt hat. Berichten zufolge zieht die Adaption die Ankunft in Ba Sing Se zeitlich nach vorn und platziert sie früher in der Staffel als die Animationsserie.
Dazu kommen aufwendige praktische Sets, die ein anderes Produktionsniveau signalisieren als in der ersten Staffel. Auf der Gegenseite rückt Prinzessin Azula, gespielt von Elizabeth Yu, stärker ins Bild. Die ersten veröffentlichten Materialien zeigen sie tatsächlich beim Blitzbändigen, einer Fähigkeit, die im Original eine ihrer beunruhigendsten Eigenheiten war.
Sieben statt acht Folgen und ein neuer Showrunner
Eine Information hat im Vorfeld kurz für Stirnrunzeln gesorgt: Staffel 2 umfasst nur sieben Folgen statt der bisherigen acht. Die Gesamtlaufzeit soll trotzdem länger ausfallen als die 430 Minuten der ersten Staffel, was bedeutet, dass die einzelnen Episoden mehr Raum bekommen. Hinter den Kulissen gab es nach Staffel 1 einen Wechsel: Albert Kim, der die Serie ursprünglich entwickelt hat, trat als Showrunner ab, geblieben ist er als Executive Producer.

Christine Boylan und Jabbar Raisani übernahmen und haben Staffel 2 und 3 direkt hintereinander produziert. Das spricht für eine als Einheit gedachte Geschichte und sorgt nebenbei dafür, dass die Wartezeit auf das Finale 2027 nicht ganz so lang werden dürfte wie diese hier. Zur Hauptbesetzung gehören weiterhin Gordon Cormier als Aang, Kiawentiio als Katara, Ian Ousley als Sokka, Dallas Liu als Zuko, Paul Sun-Hyung Lee als Iroh, Elizabeth Yu als Azula, Momona Tamada als Ty Lee, Thalia Tran als Mai und Daniel Dae Kim als Feuerlord Ozai.
Wann und wo Staffel 2 zu sehen ist
Avatar: Der Herr der Elemente Staffel 2 startet am 25. Juni 2026 exklusiv auf Netflix. Anders als bei vielen anderen Streaming-Serien ist hier alles auf einmal verfügbar, sieben Episoden zum Bingen oder zum Verteilen über mehrere Abende. Die eigentliche Frage liegt aber neben dem Starttermin. Staffel 1 war ein Hit, hatte aber auch zähe Kritik, vorwiegend an Tempo, Tonfall und mancher Charaktermotivation. Mit Toph, einer prominenteren Azula und Ba Sing Se kommen jetzt genau die Elemente ins Spiel, die im Original den Tonwechsel von Abenteuer hin zu größerem Drama getragen haben. Ob das gelingt, lässt sich anhand der Trailer und Set-Bilder noch nicht beurteilen, der Aufwand ist allerdings sichtbar, und an Toph wird sich messen lassen müssen, ob er sich auszahlt.









