
Die 10 besten Aubrey Plaza-Filme und Serien
Gerade ist Aubrey Plaza wieder in den Schlagzeilen, weil ihre Schwangerschaft öffentlich geworden ist, und wie so oft passiert dabei etwas Interessantes: Plötzlich richtet sich der Blick nicht nur auf ihr Privatleben, sondern wieder stärker auf das, was sie als Schauspielerin so besonders macht. Denn Plaza funktioniert nie über das Offensichtliche. Ihre Figuren wirken oft, als hätten sie keine Lust, Teil der Szene zu sein, in der sie gerade stehen, und daraus entsteht diese eigentümliche Spannung.
Sie spielt nicht darauf, gemocht zu werden, sondern darauf, glaubwürdig zu bleiben, selbst wenn das bedeutet, dass eine Figur sperrig, unangenehm oder schwer einzuordnen ist. Was früher vor allem als trockener Humor wahrgenommen wurde, hat sich längst verschoben. Ihre Rollen kippen heute häufiger in etwas Dunkleres, Emotionaleres, ohne dass sie ihre Kontrolle verliert. Man schaut ihr zu und hat ständig das Gefühl, dass gleich etwas passiert, das nicht geplant wirkt, aber genau deshalb richtig ist. Diese Energie zieht sich durch ihre wichtigsten Arbeiten.
In dieser Serie arbeitet Leslie Knope mit fast religiösem Eifer für die Lokalpolitik von Pawnee, während um sie herum ein Haufen herrlich schräger Kolleginnen und Kollegen den Verwaltungsalltag in Chaos verwandelt. Aubrey Plaza spielt April Ludgate, anfangs die gelangweilte Praktikantin mit dem Blick einer Frau, die innerlich schon gekündigt hat, und macht aus ihr eine der witzigsten Figuren der ganzen Serie. Das Entscheidende an Parks and Recreation - Das Grünflächenamt ist, dass Plaza hier nicht einfach nur trocken reagiert. Sie baut aus jedem Augenrollen, jedem Mini-Kommentar und jeder winzigen Bewegung eine komplette Haltung. April ist faul, bissig, loyal, romantisch, seltsam und überraschend warm, oft alles in derselben Szene. Diese Energie bleibt klar, zugänglich und sofort greifbar, ohne ihre Schärfe zu verlieren. Ohne April wäre die Serie deutlich braver, berechenbarer und vor allem viel weniger lustig.
Emily ist pleite, wütend, permanent unter Druck und irgendwann so mürbe, dass ein krimineller Nebenjob plötzlich wie eine halbwegs vernünftige Idee aussieht. Viel mehr braucht Emily the Criminal gar nicht, um seine Spannung aufzubauen, denn der Film lebt davon, wie nah er an seiner Hauptfigur bleibt. Aubrey Plaza trägt das mit einer Intensität, die fast körperlich wirkt. Sie spielt Emily nicht als coole Antiheldin, sondern als Frau, die zu oft gegen Wände gelaufen ist und irgendwann beschließt, zurückzuschlagen. Das macht den Film so gut. Er fühlt sich nie geschniegelt an, nie wie ein stylisher Crime-Trip, sondern wie ein permanenter Zustand aus Anspannung, Frust und trotzigem Vorwärtsgehen. Ihre Präsenz ist dabei direkter, roher und weniger gespielt, fast so, als würde jeder Moment unter Strom stehen. Das ist einer dieser Filme, in denen sie endgültig zeigt, dass sie locker ein ganzes Drama alleine tragen kann.
David Haller glaubt zunächst, schwer psychisch krank zu sein, bis immer deutlicher wird, dass in seinem Kopf tatsächlich Kräfte am Werk sind, die niemand kontrollieren kann. Legion nimmt diese Ausgangslage und macht daraus keine normale Superheldenserie, sondern ein flirrendes, oft völlig entrücktes Psychodrama. Aubrey Plaza spielt Lenny Busker zuerst wie einen anarchischen Störimpuls und wird dann nach und nach zu etwas viel Größerem, Unheimlicherem und schwerer Fassbarem. Das ist genau die Art Rolle, in der ihre Präsenz explodiert. Sie kann in einer Sekunde albern, in der nächsten dämonisch wirken, ohne dass es konstruiert aussieht. In Legion fühlt sich Plaza nicht wie Casting an, sondern wie eine Naturgewalt, die genau in diese kaputte Welt gehört. Die Serie treibt ihre dunkle, unberechenbare Energie bis an die Grenzen und lässt ihr Raum, völlig zu entgleisen. Wer sehen will, wie weit sie sich vom frühen Comedy-Image entfernen konnte, landet hier.
Ingrid verliert den Halt und klammert sich dann mit erschreckender Konsequenz an das perfekt kuratierte Online-Leben einer Influencerin, in das sie sich hineinlügt. Ingrid Goes West ist damit auf dem Papier eine Satire über Social Media, funktioniert aber viel besser als Film über Einsamkeit, Selbstinszenierung und diese spezielle moderne Verzweiflung, die immer geschniegelt aussieht, bis sie völlig entgleist. Aubrey Plaza ist darin großartig, weil sie Ingrid nie bloß zur peinlichen Witzfigur macht. Man versteht ihre Sehnsucht, auch wenn ihr Verhalten immer falscher, aufdringlicher und gruseliger wird. Genau dieses Kippen beherrscht Plaza fast besser als jede andere. Sie spielt Menschen, die gleichzeitig verletzlich und schwer auszuhalten sind, und genau daraus entsteht hier die Spannung. Die Geschichte bleibt dabei eng, unangenehm nah und konsequent auf ihre Hauptfigur fokussiert, ohne sich in Nebensträngen zu verlieren.
In der zweiten Staffel von The White Lotus checken wieder privilegierte, überforderte und moralisch ziemlich flexible Menschen in ein Luxusresort ein, diesmal in Sizilien. Was wie Urlaub aussieht, wird schnell zu einem Minenfeld aus Begehren, Eitelkeit, Machtspielchen und sehr viel stiller Hässlichkeit. Aubrey Plaza spielt Harper, die anfangs wie die einzige halbwegs vernünftige Person im Raum wirkt, und daraus macht sie eine ihrer besten Leistungen. Harper ist scharf, genervt, misstrauisch und oft die Klügste, aber Plaza zeigt sehr fein, wie aus Überlegenheit langsam Unsicherheit wird. Diese Figur lebt nicht von großen Ausbrüchen, sondern von Blicken, kleinen Reaktionen und dem Gefühl, dass in jeder Unterhaltung noch ein zweites, unangenehmeres Gespräch mitläuft. Wieder beobachtet sie alle, aber diesmal ist daran nichts Leichtes oder Verspieltes mehr. Es ist präzise, erwachsen und herrlich giftig gespielt.
Eine Filmemacherin zieht sich in ein abgelegenes Haus zurück und gerät dort in ein zunehmend vergiftetes Beziehungsdreieck, das sich später noch einmal auf verstörend andere Weise spiegelt. Black Bear ist kein Film, den man gemütlich nebenbei schaut. Er lebt von Verschiebungen, Unsicherheit und dem Gefühl, dass jede Szene gleich neu aufgeladen werden kann. Aubrey Plaza ist darin praktisch ununterbrochen unter Strom. Sie spielt Allison zuerst wie eine Frau, die alles beobachtet und kontrolliert, und später wie jemanden, dem diese Kontrolle mitten im Gesicht zerfällt. Das Faszinierende ist, dass sie beide Seiten glaubhaft zusammenhält. Nichts wirkt wie ein Trick, obwohl der Film selbst dauernd mit Wahrnehmung spielt. Der Film bleibt dabei sperrig, fordernd und bewusst unruhig, ohne sich je glatt anzufühlen. Man sieht ihr hier beim Risiko zu, und dadurch brennt sich Black Bear so unangenehm gut ein.
In einer zerfallenden Metropole prallen Vision und Macht aufeinander, als ein Architekt versucht, die Stadt radikal neu zu denken und damit ein Geflecht aus Politik, Geld und persönlichen Interessen ins Wanken bringt. Megalopolis ist kein klassischer Erzählfilm, sondern ein bewusst überladenes, teilweise widersprüchliches Großprojekt, das mehr Ideen in den Raum wirft, als es sauber ordnet. In eben dieser Umgebung funktioniert Aubrey Plaza erstaunlich präzise. Sie spielt Wow Platinum als kalkulierende, scharf beobachtende Figur, die genau weiß, wie sie Situationen zu ihrem Vorteil verschiebt, ohne dabei je laut werden zu müssen. Plaza bringt hier eine kontrollierte, fast geschäftsmäßige Kälte ein, die sich perfekt in den exzentrischen Ton des Films einfügt. Während um sie herum vieles ins Große, Überzeichnete kippt, bleibt sie fokussiert und konkret. Gerade dadurch zieht sie Aufmerksamkeit, ohne sie aktiv einzufordern. Ihre Szenen wirken wie kleine Anker in einem Film, der sich oft bewusst der Stabilität entzieht, und genau das macht ihren Auftritt so wirkungsvoll.
Scott verliebt sich in Ramona und muss dann gegen ihre sieben bösen Exfreunde antreten, um überhaupt eine Chance bei ihr zu haben. Edgar Wright macht aus dieser Comicprämisse ein hyperaktives Popkino aus Sound, Farben, Gaming-Rhythmus und Liebeskummer. Aubrey Plaza hat in Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt keine riesige Rolle, aber genau solche Nebenfiguren konnten sie früh so unverwechselbar machen. Als Julie Powers feuert sie Spitzen ab, als wäre Small Talk eine anstrengende Form der Körperverletzung. Es ist eine kleine Performance, aber eine sehr reine. Man sieht schon hier dieses Talent, mit minimalem Aufwand maximal unangenehm, komisch und memorabel zu sein. Die Figur bleibt bewusst reduziert, deshalb funktioniert sie aber auch wie ein präziser Nadelstich im Gesamtbild des Films. Außerdem passt Plaza wunderbar in diesen Film, weil auch sie etwas Cartoonhaftes hat, ohne jemals künstlich zu werden.
Eine 18-Jährige verbringt einen letzten Sommer vor dem Erwachsenwerden am See, nimmt auf einem Trip Drogen und steht plötzlich ihrem älteren Ich gegenüber. Mehr muss man über My Old Ass gar nicht wissen, weil der Reiz des Films genau darin liegt, wie lässig und offen er seine verrückte Idee in etwas sehr Echtes verwandelt. Aubrey Plaza spielt die ältere Elliott und muss deshalb in relativ kurzer Zeit enorm viel transportieren. Sie ist Warnung, Running Gag, Kummerkasten und Zukunftsschock zugleich. Plaza macht daraus keine schräge Nummer, sondern eine Figur mit Gewicht, und gerade weil sie so trocken bleibt, trifft vieles härter. Der Film selbst ist warm, witzig und überraschend zart, und Plaza versteht genau, wann sie bremsen muss, damit die Geschichte nicht nur clever, sondern auch berührend wirkt. Die emotionale Wirkung entsteht dabei ruhig und organisch, ohne sich aufzudrängen.
Ein Kleinanzeigen-Inserat verspricht Zeitreisen, ein gelangweilter Journalist schickt zwei Praktikanten zur Recherche, und plötzlich entwickelt sich aus der absurden Ausgangsidee eine ziemlich zarte Geschichte über Einsamkeit, Hoffnung und den Wunsch, noch einmal anders abzubiegen. Journey of Love - Das wahre Abenteuer ist die Liebe ist einer der Filme, in denen Aubrey Plaza früh zeigen konnte, dass ihr trockener Stil nicht kalt sein muss. Als Darius wirkt sie misstrauisch, hart und dauernd auf Abstand, aber gerade diese Hülle macht den Film so gut, weil man das vorsichtige Öffnen umso deutlicher spürt. Plaza verleiht der Figur eine Klarheit, die den ganzen Film zusammenhält. Er driftet nie ins Niedliche ab, obwohl er das locker könnte. Die Wirkung entsteht leise, fast unscheinbar, bleibt aber nachhaltig im Kopf. Kein lauter Karriere-Meilenstein vielleicht, aber ein ganz wichtiger.




















































