
Von „Ladykracher“ zu „Dann passiert das Leben“: Anke Engelkes erstaunlicher Wandel
Anke Engelke gehört seit mehr als zwei Jahrzehnten zu den prägendsten Gesichtern der deutschen Comedy-Landschaft. Wer sie jedoch weiterhin allein mit Ladykracher (2002) verbindet, übersieht ihre bemerkenswerte Entwicklung. Engelke hat die Comedy nie verlassen, ihr Repertoire aber konsequent um leise, verletzliche und dramatische Figuren erweitert. Aus der witzigen Verwandlungskünstlerin wurde eine Schauspielerin, die auch dann fesselt, wenn eine Szene nicht auf eine Pointe zuläuft.
Statt zehn möglichst unterschiedliche Titel zu versammeln, konzentriert sich diese Auswahl auf sechs entscheidende Stationen ihres Schaffens. Gemeinsam zeichnen sie den Weg von der Comedy-Ikone zu einer der interessantesten Charakterdarstellerinnen Deutschlands nach.
In Deutsches Haus (2023) spielt Anke Engelke Edith Bruhns, die Mutter der jungen Dolmetscherin Eva. Als Eva 1963 beim ersten Frankfurter Auschwitz-Prozess übersetzen soll, reagiert ihre Familie mit Ablehnung. Nach und nach wird deutlich, dass hinter der bürgerlichen Fassade eine Vergangenheit liegt, über die niemand sprechen möchte. Engelke spielt Edith nicht als offene Fanatikerin, sondern als Frau, die Verdrängung zur Lebenshaltung gemacht hat. Ihre Fürsorge gilt vor allem dem Erhalt der familiären Ordnung. Gerade diese Normalität macht die Figur so beklemmend. Während Engelke in Mutter unterschiedlichen Erfahrungen Raum gibt, blockiert Edith jede Auseinandersetzung mit der eigenen Verantwortung. Mit wenigen, präzise gesetzten Szenen zeigt Engelke, wie hartnäckig Schuld über Generationen hinweg verdrängt werden kann.












































