
5 Gründe, warum „Hope“ Koreas nächster globaler Genre-Hit werden könnte
Na Hong-jins neuer Film Hope (2026) ist kein typischer Kritikerliebling, sondern ein großes, wildes Stück Science-Fiction-Monsterkino. Obwohl das Werk in Cannes bereits laut diskutiert wurde und die bisherigen Reaktionen deutlich gemischter ausfallen als bei Bong Joon-hos Oscar-Triumph Parasite (2019), macht genau diese Unberechenbarkeit den Film zu einem extrem spannenden Kandidaten für Koreas nächsten globalen Genre-Hit.
Die Handlung entfaltet sich in der abgelegenen Hafenstadt nahe der demilitarisierten Zone, wo Polizeichef Bum-seok (Hwang Jung-min) den Fund eines übel zugerichteten Rinderkadavers untersucht. Was als vermeintlicher Tierangriff beginnt, eskaliert jedoch in rasantem Tempo zu einer existenziellen Bedrohung, die das gesamte Dorf völlig überfordert.
Cannes als Katapult: „Hope“ bricht mit den Festival-Regeln
Mit der Premiere im offiziellen Wettbewerb von Cannes hat Hope direkt ein dickes Ausrufezeichen gesetzt – vor allem durch seine radikale Form. Ein 160 Minuten langes, südkoreanisches Science-Fiction-Epos voller Monster und Action ist schließlich alles andere als der typische Festival-Stoff, der sonst eher von ruhigem Autorenkino und klassischen Prestige-Dramen dominiert wird. Genau dieser bewusste Bruch sorgte an der Croisette für maximalen Gesprächsstoff.
Meister des kalkulierten Chaos: Na Hong-jins Ruf eilt ihm voraus
Zehn Jahre sind vergangen, seit Na Hong-jin mit The Wailing: Die Besessenen (2016) das Horrorkino durchgeschüttelt hat. Dass er seither keinen Spielfilm mehr inszeniert hat, schraubt die Erwartungen an Hope extrem in die Höhe.

Seine Filmografie ist zwar kurz, aber absolut prägend: Meisterwerke wie The Chaser (2008) und The Yellow Sea (2010) haben ihn als einen Regisseur etabliert, der Genregrenzen bewusst überschreitet. Bei Na Hong-jin bleibt ein Thriller selten nur ein Thriller, und Horror eskaliert schnell ins völlig Unberechenbare.
Brücke nach Hollywood: Zwischen Seoul und internationaler Starpower
Die Besetzung von Hope verfolgt eine clevere Doppelstrategie, die perfekt auf mehreren Märkten gleichzeitig funktioniert. Das emotionale und lokale Fundament des Films tragen hochkarätige koreanische Stars: Hwang Jung-min überzeugt als leidgeprüfter Polizeichef Bum-seok, Zo In-sung übernimmt die Rolle des Sung-ki, und Hoyeon – die seit ihrem globalen Durchbruch mit Squid Game (2021) enorme Wiedererkennbarkeit mitbringt – ist als Polizistin Sung-ae zu sehen.
Ergänzt wird dieses Ensemble durch prominente westliche Namen wie Taylor Russell und Cameron Britton sowie das Hollywood-Ehepaar Alicia Vikander und Michael Fassbender. Besonders Vikander und Fassbender sorgen weltweit für Aufsehen. Sie wurden nicht für bloße Alibi-Gastrollen gecastet, sondern sind direkt mit der mysteriösen, außerirdischen Ebene der Geschichte verknüpft. Durch diesen Kniff bleibt das Science-Fiction-Epos tief in seiner koreanischen Identität verwurzelt, besitzt aber gleichzeitig genau die richtige Dosis internationaler Strahlkraft, um auch außerhalb des klassischen Genre-Publikums maximale Neugier zu wecken.
Reibung statt Perfektion: Gemischte Kritiken als Erfolgsrezept
Statt glatt gebügelter Perfektion liefert Na Hong-jin ein Werk, das polarisiert. In einer Kinolandschaft, die oft an formelhafter Langeweile leidet, könnte sich diese Unberechenbarkeit als ein echter Gewinn entpuppen. Die Kritiker loben vor allem den enormen erzählerischen Druck der ersten Stunde, die wuchtige Action-Inszenierung und den treffsicheren, tiefschwarzen Humor. Dem stehen die lange Laufzeit, spürbare Durchhänger in der Mitte und einzelne schwächere CGI-Momente gegenüber.

Das alles klingt vielleicht nicht nach einem klassischen Kritikerliebling, aber nach verdammt gutem Gesprächsstoff. Und genau das ist für einen globalen Genre-Hit oft viel wichtiger als allgemeine Zustimmung. Hope ist groß genug, um zu faszinieren, und uneben genug, um echte Kontroversen auszulösen. Na Hong-jins Film dürfte genau deshalb langfristig im Gedächtnis bleiben, weil seine stärksten Szenen die sichtbaren Schwächen mühelos überstrahlen.
Globaler Rollout: Hope ist bereit für die Weltbühne
Ein spektakulärer Festivalauftritt verpufft schnell, wenn der Film danach monatelang unauffindbar bleibt. Bei Hope müssen Filmfans diese Sorge jedoch nicht haben, denn die globale Vertriebsmaschinerie läuft bereits auf Hochtouren. Neon übernimmt die Auswertung in Nordamerika, während sich die renommierte Plattform MUBI die Rechte für Deutschland, Österreich, die Schweiz, Italien, Spanien, die Türkei und Lateinamerika gesichert hat. Mit Verkäufen in mehr als 200 Territorien setzt Hope ein starkes Ausrufezeichen. Na Hong-jins Science-Fiction-Thriller ist kein Festival-Geheimtipp für den elitären Kritikerzirkel, sondern wird schon vor dem regulären Start als Film mit globalem Potenzial gehandelt.
Starttermine im Überblick: Wann und wo läuft Hope?
Das südkoreanische Sci-Fi-Monsterepos schickt sich an, die weltweiten Leinwände zu erobern. Der offizielle Startschuss fällt im Sommer 2026 in seinem Heimatland Südkorea, gefolgt von einem US-Kinostart im Herbst 2026 (9. September). Ein konkreter deutscher Starttermin steht aktuell noch aus.














































